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Dietmanns Maltechnik

Gespräch mit HP Dietmann

Was ist das Besondere an Deiner Technik?

Bisher ging ja das Verblenden und Stupfen nur mit Ölfarbe. Der Einsatz von Lösemittel hat aber bei vielen meiner Malschüler immer wieder zu Problemen geführt. Ich habe dann mit wasserlöslichen Ölfarben herumexperimentiert, bin aber nicht richtig weitergekommen. Meine Schüler fragten immer, ob das auch mit Acrylfarbe geht. Das Problem bei den Acrylfarben war die kurze Trocknungszeit. Ich habe dann das Stupfen und Verblenden mit Acrylfarbe vollkommen neu entwickelt. Jetzt funktioniert das mit Acrylfarbe genauso gut wie mit Ölfarbe.

Warum soll man mit Deiner Technik arbeiten?

Weil sie einfach und nachvollziehbar ist. Und weil man keine Vorkenntnisse braucht. Mit dem Stupfen und Verblenden lassen sich schnell und einfach Bildeffekte erzeugen, die auch einen Anfänger überzeugen. Und weil die Technik einfach Spaß macht.

Funktioniert die Technik mit allen Acrylfarben?

Leider nein! Schon früh habe ich bemerkt, dass man gute Acrylfarben braucht. Wenn die Qualität stimmt, bekommt man hervorragende Ergebnisse. Mit den Billigmarken gehts leider nicht! Ich verwende die Lukascryl pastos und die Liquitex. Besonders beim Stupfen bleiben bei diesen Marken die Farbtöne schön satt stehen und saufen nicht ab.

Warum hast Du ein eigenes Pinselset entwickelt?

Am Anfang hatte ich alle möglichen Acrylmalpinsel. Aber die Technik wollte mit den Synthetikhaaren nicht recht funktionieren. Vor allen Dingen fehlte mir der erkennbare Strich in der Farbe. Und mit den Synthetikhaaren konnte ich nicht stupfen. Ich habe dann einen Pinselmacher gefragt und bin schnell auf bestimmte Formen und Haarqualitäten gekommen. Die Pinsel aus meinem speziellen Set sind auf meine Technik abgestimmt und funktionieren mit Ölfarben genauso gut wie mit Acrylfarbe. Ich lege großen Wert auf die Qualität der Produkte und deshalb lasse ich meine Pinsel in Deutschland herstellen. Wichtig ist mir aber, dass sie für meine Technik einwandfrei funktionieren.

Das Interview geht nach der Galerie weiter!

Deine Farbpalette ist auf 12 Farbtöne beschränkt. Warum nimmst Du nicht mehr Farben?

Obwohl es ja bei den meisten Marken zwischen 24 und über 40 Farbtönen gibt, bleibe ich bei Farben, die zum einen gut deckend sind und zum anderen einwandfrei mischbar. Transparente Farbtöne funktionieren bei meiner Technik nicht und wenn man die Töne schlecht mischen kann, entstehen schmutzige Farben. Mit den von mir empfohlenen 12 Farben, kann wirklich jeder sofort arbeiten.

Wie kommst Du zu Deinen Bildideen?

Gute Frage! Meistens lasse ich mich von Fotos inspirieren. Manchmal mache ich mir auch Skizzen und probiere damit viele neue Ideen aus. Die meisten Motive entstehen aber spontan und sind auch stimmungsabhängig. In der Regel male ich gerade das, was mir Spaß macht.

Wie lange arbeitest Du an einem Bild?

Das ist unterschiedlich. Kleine und einfache Motive entstehen meist in 2-3 Stunden. Große Formate und Bilder mit vielen Details können aber schon mal leicht 2-3 Tage in Anspruch nehmen. Wichtig ist, dass man sich auf das Motiv einlässt und erst dann fertig ist, wenn man damit zufrieden ist.

Franz-Josef Bettag im Gespräch mit Hanspeter Dietmann, April 2013
www.dietmann-maltechnik.de